Leistungsbeschreibung Wohngemeinschaft
Leistungsbeschreibung Wohngemeinschaft als PDF zum Download
Wohngemeinschaft für Jugendliche und junge Erwachsene mit psychischen Auffälligkeiten mit bedarfsorientierter pädagogischer und therapeutischer Betreuung und dem Schwerpunkt der Verselbständigung.
Der Personenkreis:
| Alter | Jugendliche und junge Erwachsene beiderlei Geschlechts ab dem 16. Lebensjahr |
| Aufnahmekriterien | Freiwilligkeit Bereitschaft, sich in das Gruppenleben zu integrieren Wille zur Selbständigkeit Mitwirkung beim Aufbau schulischer und beruflicher Perspektiven |
| Ausschlusskriterien | Suchtprobleme (Drogen, Alkohol, Tabletten) |
| Zielgruppe | Jugendliche und junge Erwachsene, deren Verselbständigung in ihrem bisherigen Umfeld aus unterschiedlichen Gründen beeinträchtigt bzw. nicht ausreichend möglich ist, z.B. aufgrund folgender Auffälligkeiten:
|
| Rechtsgrundlage | §§ 27, 34, 35, 35a, 41 und 42 KJHG |
Fachliche und methodische Ausrichtung des Einrichtungsteiles
In der Wohngemeinschaft steht das Erlernen eigenverantwortlichen Handelns mit dem Ziel der Verselbständigung im Vordergrund. In der Regel wird nicht direkt in die Situation eingegriffen, sondern Geschehenes und Zukünftiges in Einzelgesprächen reflektiert, wobei der Bewohner überwiegend die entscheidende und der Erzieher überwiegend die beratende Funktion hat.
Die theoretischen Grundlagen des methodischen Vorgehens basieren auf pädagogischem Fachwissen, das eine Vielzahl von Theoriemodellen einbezieht. Wichtigstes Ziel ist die Verselbständigung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei dient die WG als soziales Trainingsfeld zur Persönlichkeitsbildung, zum Aufbau von Eigenverantwortlichkeit und zur emotionalen Stabilisierung. Soziales Verhalten wird gefördert und die Konfliktfähigkeit verbessert.
Hierzu gehören u.a. folgende Hilfen:
- Begleitung der Bewohner durch die Betreuer als Ansprechpartner und Vertrauensperson
- Auseinandersetzung und Bewältigung von Schule und Arbeitsalltag
- Entwicklung schulischer bzw. beruflicher Perspektiven
- Entwicklung lebenspraktischer Fähigkeiten
- Auseinandersetzung mit Herkunft und Umwelt in den wöchentlichen Einzelgesprächen
- Erlernen des richtigen Umgangs mit eigenen finanziellen Mitteln und den Angeboten von Banken und Sparkassen
- Individuelle Freizeitangebote
Die Struktur
| Standort: | Georg-Böhm-Str. 18, 21337 Lüneburg Tel.:04131/8536-0 oder 682308, Fax: 04131/8536-46 E-Mail: aussenwohngruppe@st-bonifatius-lueneburg.de |
| Die Außenwohngruppe Dasselkamp liegt fünf Minuten von der Innenstadt und 30 Minuten vom Haupthaus entfernt. Gute Einkaufsmöglichkeiten sind direkt vor Ort. Alle üblichen Schulformen, einschließlich der entsprechenden Berufsschulen, sind problemlos erreichbar. | |
| Platzzahl: | 4 Plätze |
| Art der Versorgung: | Die Bewohner erhalten eine Verpflegungspauschale, mit der sie ihre Lebensmittel selbständig einkaufen. Diese Pauschale wird individuelle und schrittweise ausgezahlt. Die Bewohner erhalten je nach Bedarf Unterstützung durch die Mitarbeiter. |
Grundleistungen
Die folgenden beschriebenen Leistungen sind Standardleistungen und kommen grundsätzlich allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zugute.
Räumliche Gegebenheiten
- Einfamilienhaus mit Garten
- fünf Zimmer
- ein Gruppenraum
- eine Gemeinschaftsküche
- eine Waschküche
- zwei Badezimmer
- ein Gäste - WC
- ein Büro
- Nebengebäude
Ferner stehen folgende Räume des Zentrums zur Verfügung:
- Werkraum
- Musikraum
- Billard- und Tischtennisraum
- Computerraum mit Vernetzung und Internetanschluss
- Campingraum mit Ausstattung für Kanu-, Ski-, Surf- und Fahrradtouren
- Großes Außengelände mit diversen Spiel- und Sportmöglichkeiten
- Konferenzraum
- Mehrzweckhalle
Personal
| Mitarbeiter | Wochenstunden |
| 1 Erzieher/in | à 38,5 |
| 1 Erzieher/in | à 20,0 |
| 1 Erzieher/in | à 20,0 |
Aus dem Gruppenergänzenden Dienst sind pro Gruppe zugeordnet:
| Wochenstunden | |
| Leitung | 3,9 |
| Stellv. Leitung | 4,7 |
| Dipl.-Psychologin | 4,0 |
| Verwaltung | 5,4 |
| Raumpflege | 2,3 |
| Haustechnik | 10,4 |
Die Kernarbeitszeit in der Wohngemeinschaft ist grundsätzlich von 15.00 - 22.00 Uhr, bei Bedarf sind zusätzliche Betreuungszeiten selbstverständlich. Außerhalb der Dienstzeiten bleibt ein Bereitschaftsdienst erreichbar.
Einmal in der Woche findet ein Teamgespräch aller Mitarbeiter des Gruppendienstes, der Heimleitung und der Diplom-Psychologin statt. Die Mitarbeiter haben einmal monatlich externe Supervision und nehmen an internen und externen Fortbildungen teil. Einmal monatlich findet eine gruppenübergreifende Besprechung statt, an der jeweils ein Vertreter aus jedem Leistungsbereich sowie die übergreifend tätigen Mitarbeiter teilnehmen und Themen, die die gesamte Einrichtung betreffen, besprochen werden.
Inhalte der gruppenübergreifenden Leistungen
Leitung/Stellv. Leitung.:
- Teilnahme an Team- und Fallbesprechungen
- Ansprechpartner für die Mitarbeiter und die Bewohner
- Durchführung von Bereitschaftsdiensten
- Teilnahme an der Erziehungshilfeplanung (EHP)
- Gelegentliches direktes Eingreifen in pädagogische Belange
- Abklärung der Rahmenbedingungen mit dem Träger und dem jeweiligen Jugendamt
- Ansprechpartner für Eltern, ggf. Beratung
Dipl.Psych.:
- Teilnahme an Team- und Fallbesprechungen
- Ansprechpartner für die Mitarbeiter und die Bewohner
- Bei Bedarf Teilnahme an der EHP
- Elternarbeit nach Absprache
Verwaltung:
- Schriftverkehr und Telefonate mit Ämtern, Krankenkassen, Schulen, Ausbildungsstätten usw.
- Telefondienst am Vormittag und frühen Nachmittag
- Kassenführung
- Rechnungs- und Mahnwesen
- Einrichtung und Führung der Hauptakte
- Postannahme und Zuordnung
Hausmeister:
- Anteilige Beteiligung an der Pflege und Instandhaltung
Zivildienstleistender:
- dto.
Raumpflege:
- Anteilige Beteiligung an der Raumpflege des Verwaltungstraktes
Die Inhalte der gruppenübergreifenden Dienste entsprechen ansonsten denen der Wohngruppen für Kinder und Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten / Störungen (Leistungsbeschreibung A), ausgenommen dem einrichtungsinternen Vollunterricht.
Sonderaufwendungen im Einzelfall
In Anlehnung an die Anlage 2 und 4 der Rahmenvereinbarung nach § 78 f KJHG sind folgende Sonderaufwendungen im Entgelt enthalten.
Zum Pauschalbetrag gehören:
- Sonderbewilligungen
- Beihilfe zur Konfirmation, Kommunion
- Ferienzuschuss
- Klassenfahrten
- Laufende Bekleidungsergänzungen
- Lernmittel
- Geburtstags- und Weihnachtsgeld
Daneben werden folgende Sonderaufwendungen einzeln abgerechnet:
- Taschengeld
- Erstausstattung für Bekleidung
- Starthilfen und die daraus resultierenden Leistungen:
- Erstausstattung bei Aufnahme
- Ersteinrichtung der Wohnung bei Betreuung in Einzelwohnen (Mobile Betreuung)
- Verselbständigungshilfen vor Beendigung der Maßnahme (z.B. Maklercourtage, Einrichtungskosten, Mietsicherheit)
- Fahrtkosten für Familienheimfahrten
Folgende individuelle Sonderleistungen, die bei Bedarf jedoch noch gesondert zu verhandeln sind, können angeboten werden:
- Psychotherapie
- Spezielle Diagnostik
- Familientherapie
- Hauswirtschaftliches Arbeitstraining
- Individuelle Sonderleistungen in Form von Fachleistungsstunden
Der Einsatz von individuellen Sonderleistungen muss im Hilfeplangespräch erörtert worden sein und sollte vom Jugendamt, den Personensorgeberechtigten sowie der Einrichtung gleichermaßen befürwortet werden. Bei Bedarf können dann im Einzelfall mit dem entsendenden Jugendamt zusätzliche, individuell zugeschnittene Leistungen vereinbart werden, deren Kosten direkt mit der jeweils zuständigen Kostenstelle abgerechnet werden.
Maßnahmen der Qualitätssicherung
- Gruppenübergreifende- und Teambesprechungen
- Fallbesprechungen
- Externe Supervision
- Fortbildungen (intern/extern)
- Dokumentation der Arbeitszeiten der Mitarbeiter in Dienstplänen
- Neben der Hauptakte der Gesamteinrichtung eine nach Themen gegliederte Zweitakte
- Protokolle der Einzelgespräche mit den Betreuten, der Elterngespräche sowie der Hilfeplanungsgespräche
- Protokolle besonderer Vorkommnisse, der Gespräche mit Lehrern und Ausbildern, Therapeuten, Ärzten sowie Ämtern, Protokolle von Fallbesprechungen
- Zeitnaher Informationsaustausch durch Einsatz moderner Medien, wie Computer mit Intra- und Internet
