Konzeption Sprachheilkindergarten

Konzeption Sprachheilkindergarten als PDF zum Download

 

Vorwort und Leitgedanken

In unserer Gesellschaft hat Sprache eine sozial und beruflich existentielle Bedeutung. Sprache und Kommunikation sind wesentliche Elemente menschlichen Seins – Störungen können deshalb auch negative Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung und die Eingliederung in die Gesellschaft haben. Daher gehen Sprachstörungen oft auch mit Störungen der Wahrnehmung, der Motorik einher; vielfach treten auch als Folge der Kommunikationsprobleme, Unsicherheit, Rückzugsverhalten oder Aggressionen einher.

Da es nicht immer gelingt, die Störungen im Rahmen ambulanter Behandlung zu beseitigen, ist es unser Auftrag in einem so genannten „teilstationären Setting“, Kinder mit einer nicht nur vorübergehenden wesentlichen Sprachbehinderung bereits im Alter zwischen 4 und 6 Jahren und Kinder mit schweren Hörproblematiken bereits im Alter zwischen 3 und 6 Jahren durch eine optimale intensive Sprachtherapie in Verbindung mit vielfältigen, therapeutischen und pädagogischen Angeboten ein partizipatives Leben in unserer Welt zu ermöglichen.
Der Sprachheilkindergarten ist als „Durchgangs-“, nicht als Dauer-Kindergarten für sprach- und hörgestörte Kinder konzipiert. Daher gehen viele Kinder bereits schon nach 12 Monaten interdisziplinärer Sprachheilbehandlung wieder in den Regelbereich.

Unsere Selbstverpflichtungen: Wir gehen mit dem Kind respektvoll, freundlich und anerkennend um. Wir schaffen eine angstfreie Atmosphäre, in der das Kind seine Fähigkeiten entwickeln und Defizite abbauen kann. Wir begleiten die Kinder intensiv in ihrem Spiel und begleiten ihr Tun sprachlich. Jedes Kind bekommt Einzeltherapie. Die therapeutischen Maßnahmen sind eingebunden in den Tagesablauf und orientieren sich an dem Alltagsgeschehen der Kinder. Unser Ziel ist es, die sprachspezifischen Fähigkeiten der Kinder aufzubauen, ihre sozialkommunikativen Handlungsfähigkeiten zu verbessern und in sämtlichen Bereichen ihrer Persönlichkeit zu starken. Hierbei beziehen wir die Gesamtentwicklung des Kindes mit ein.
Unserer Elternarbeit liegt der humanistische Gedanke zugrunde: In einer kooperativen Beratung unterstützen wir die Eltern, Kompetenzen zu entwickeln und so den positiven Entwicklungsverlauf ihrer Kinder aktiv und eigenverantwortlich zu beeinflussen.

Dem Leitbild des Deutschen Caritasverbandes entsprechend ist unser Handeln von einer christlich-ethischen und humanistischen Grundeinstellung geprägt. Wir möchten uns besonders für benachteiligte Kinder und Familien einsetzen und diesen zu mehr Chancengerechtigkeit und einem eigenverantwortlichen Leben verhelfen.

Lüneburg, im März 2011

Dr. Manfred Drees

Gesamtleiter  
Bärbel Schnettker

Bereichsleiterin

Grundinformationen

Einzugsgebiet und Lage

Der Sprachheilkindergarten St. Bonifatius gliedert sich in zwei Standorte, der Hauptstelle in Lüneburg und der Außenstelle in Neu Jürgenstorf.

Standort I für insgesamt 4 Sprachheilgruppen und 1 Hörgeschädigtengruppe des Sprachheilkindergartens ist die Georg Böhm Straße 18., gelegen im Stadtteil Hagen in Lüneburg. Hier finden Kinder, die in der Stadt Lüneburg sowie dem Landkreis Lüneburg wohnen, Aufnahme.
Standort II, unsere Außenstelle in Neu Jürgenstorf, Heidfurt 5d, liegt circa eine halbe Stunde Autofahrt von Lüneburg entfernt. Hier befinden sich zwei weitere Sprachheilgruppen. In der Außenstelle werden Kinder aus dem Teil des Landkreises, der östlich der Elbe liegt und aus Randgebieten benachbarter Landkreise aufgenommen.

Ziele und Zielgruppe

Es ist unser Ziel, Kinder mit einer nicht nur vorübergehenden wesentlichen Sprachbehinderung entsprechend ihres individuellen Hilfebedarfs zu fördern, die Sprachbehinderung und die damit in Zusammenhang stehenden weiteren Behinderungen oder Störungen in einem ganzheitlichen Prozess zu heilen, zu bessern oder ihre Verschlimmerung zu verhüten. Grundlage bilden hierzu die maßgeblichen Fachdisziplinen: Pädagogik, Medizin, Psychologie, Linguistik, Logopädie und Sprachheilpädagogik.

  • schwere Sprachentwicklungsstörung mit phonetisch-phonologischer Aussprache-störung und / oder mittel- bis hochgradigem Dysgrammatismus
  • spezifische Sprachentwicklungsstörung
  • audiogene Sprachentwicklungsstörung
  • gestörte Organisatuation mit orofacialen / myofunktionellen Störungen, Dysphonie, Rhinophonie, Spaltenbildung, Schluckstörung
  • Dysphasie, Dysarthrie, verbale Dyspraxie
  • Redefluss-Störungen (Stottern/Poltern)
  • Kommunikationsstörungen mit schwerer Beeinträchtigung der Lautsprachperzeption und -produktion, Mutismus

In Zusammenhang mit der Sprachbehinderung können begleitende Störungen in folgenden Bereichen auftreten:

  • Störungen im Lern- und Leistungsbereich
  • motorische und sensorische Störungen
  • Störungen der senso-motorischen Koordination
  • Störungen der Wahrnehmung und des Gedächtnisses
  • soziale und emotionale Störungen

Aufnahmeverfahren und die Ansprechpartner

Erster Schritt für die Aufnahme in den Sprachheilkindergarten ist eine Vorstellung beim Gesundheitsamt der Stadt Lüneburg. Die Vorstellung im Gesundheitsamt erfolgt auf Initiative der Eltern, die evtl. zuvor schon von anderen Stellen auf Problematiken aufmerksam gemacht wurden.
Hier organisiert und begleitet die zuständige Sozialarbeiterin Frau Slotos regelmäßig die Termine zur Beratung bei Hör- oder Sprachproblemen durch Herrn Schlüter, Fachberater im landesärztlichen Dienst für Menschen mit Hör- und Sprachstörung des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie.
Die Beratung ist kostenfrei. Eine ärztliche Verordnung oder Überweisung ist nicht erforderlich. Terminabsprachen für den Sprechtag zur Hör- und Sprachheilberatung erfolgen nur über das Gesundheitsamt.

Ansprechpartnerin in der Region Lüneburg:
Anke Slotos
Landkreis Lüneburg
Gesundheitsamt
Am Graalwall 4
21335 Lüneburg
Tel.: 04131 – 261482
Fax: 04131 - 261691
Email: anke.slotos@landkreis.lueneburg.de

Bei dem Sprechtag, entsteht ein erster Kontakt zum Fachberater Herr Schlüter. Die Aufgaben und Tätigkeiten der Fachberater bestehen in der Durchführung von Sprechtagen in Gesundheitsämtern, in Begutachtungen und Empfehlungen, Beratung der Betroffenen und Eltern und der Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen.
Eine Aufnahme im Sprachheilkindergarten ist nur dann möglich, wenn der zuständige Fachberater die Notwendigkeit attestiert. Er erstellt hierzu ein dezidiertes Gutachten.

Ansprechpartner in der Region Lüneburg
Erich Schlüter
StD Erich Schlüter – Nds. Landessozialamt – SH 7
Schillstraße 1
38102 Braunschweig
Tel.: 0531 – 7019 -181
Fax: 0532 – 7019-199
Email: Erich.Schlüter@ls.niedersachsen.de
Homepage: www.hoer-und-sprachheilberatung.niedersachsen.de

Die Frühförderung hörgeschädigter Kinder im Kreis Lüneburg obliegt dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Braunschweig.
Nach der häuslichen Begleitung während der Phase der hörtechnischen Anpassung werden die Familien durch den zuständigen Fachpädagogen Herrn Meier bei der Wahl des für das Kind günstigsten Kindergartens beraten - somit oft zugunsten der Hörgeschädigtengruppe im St. Bonifatius Sprachheilkindergarten. Dort bietet Herr Meier neben der fachpädagogischen Beratung der Mitarbeiter die weitere Begleitung der hörbeeinträchtigten Kinder sowie die Beratung der Eltern und die Vernetzung aller Beteiligten an. Des Weiteren werden regelmäßig mobile Hörmessungen für alle "hörauffälligen" Kinder der Einrichtung organisiert.

Ihr Ansprechpartner
Hennig Meier
Mobiler Dienst, Hörfrühförderung
Landesbildungszentrum für Hörgeschädigten Braunschweig
Charlottenhöhe 44
38124 Braunschweig
Tel.: 0532 – 264680
Fax: 0531 – 26468 -93
Mobil: 0173 – 8104041
Email: postzelle@lbzh-bs.niedersachsen.de
Homepage: www.lbshbs.de

Wird einem Kind im Gesundheitsamt eine Empfehlung für den Besuch des Sprachheilkindergartens ausgesprochen, so steht den Eltern als erste Ansprechpartnerin unseres Hauses die Bereichsleiterin Frau Schnettker zur Verfügung. Termine zur Besichtigung des Kindergartens können telefonisch mit Frau Schnettker vereinbart werden.

Ansprechpartnerin im Sprachheilkindergarten St. Bonifatius
Bärbel Schnettker
Bereichsleiterin
Georg Böhm Str. 18
21337 Lüneburg
Tel.: 04131 - 8536-20
Fax: 04131 – 8536-46
Email: schnettker@st-bonifatius-lueneburg.de
Homepage: www.st-bonifatius-lueneburg.de

Öffnungs- und Betreuungszeiten

Die Kinder werden Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 14.00 im Sprachheilkindergarten St. Bonifatius betreut.
Die darüber hinausgehende Zeit steht den Mitarbeiterinnen zur Verfügung für

  • Vor- und Nachbereitungen,
  • Dienstbesprechungen,
  • Berichtswesen [Leistungsdokumentation, regelmäßige Fortschreibung der Förder- und Behandlungspläne, Abschlußberichte, etc.]
  • Vorbereitung von Veranstaltungen,
  • Auswahl, Beschaffung und Pflege von Material,
  • Zusammenarbeit mit Eltern sowie anderen Diensten und Einrichtungen,
  • Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit,
  • Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften

Je Kalenderjahr finden maximal 30 Schließungstage statt, die sich an den Oster-, Sommer- und Weihnachtsferien orientieren.
Die Schließungstage werden immer zu Beginn eines Kalenderjahres bekannt gegeben.

Der Fahrdienst

Sofern keine Möglichkeit besteht, dass Eltern ihre Kinder selbst zum Sprachheilkindergarten bringen können, haben wir mit der Firma Citycar Bernd Röhlig ein Transportunternehmen gefunden, dass die Kinder sicher und verantwortungsbewusst zwischen Elternhaus und Kindergarten transportiert.

Citycar
Bernd Röhlig
Auf der Hude 83
21339 Lüneburg
Tel.:     04131 – 2222
Fax:     04131 - 222122

Sofern unser Fahrdienst in Anspruch genommen wird, tragen die Eltern dafür Sorge, dass ihr Kind zum vereinbarten Termin abholbereit ist. Dazu erhalten die Eltern rechtzeitig von unserem Taxi-Unternehmen eine Nachricht, wann ihr Kind morgens abgeholt wird. Der Tourenliste kann auch entnommen werden, wann ihr Kind nachmittags wieder eintreffen wird.
Unser Fahrdienst erwartet die Mitteilung, wenn ein Kind den Kindergarten nicht besuchen kann. Wenn absehbar ist, dass das Kind den Kindergarten wieder besuchen kann, benötigt  Firma Röhlig diese Information, damit ihr Kind wieder in den Tourenplan aufgenommen werden kann. Firma Röhlig kann zu jeder Tages- u. Nachtzeit darüber benachrichtigt werden; die Telefonzentrale ist immer besetzt und je früher die Firma diese Angaben erhält, umso besser kann geplant werden.

Sofern ein Umzug während des Kindergartenjahres geplant ist, braucht die Leiterin der Gruppe die neue Anschrift, damit der Tourenplan geändert werden kann.
Um den Kindern eine feste Bezugsperson zu geben, hat jede Tour feste Fahrer.

Zur Verpflegung

Die Kinder frühstücken morgens mit den ErzieherInnen und der SprachtherapeutIn gemeinsam in der Gruppe. Es wird sehr auf eine abwechslungsreiche Kost geachtet, bei der frische Bestandteile (Obst, Gemüse) vorhanden sind.
Den ganzen Vormittag stehen den Kindern Getränke und Obst zur Verfügung.

Mit Sorgfalt haben wir unseren Lieferanten für das tägliche Mittagessen ausgesucht. Regelmäßige Qualitätskontrollen sichern kindgerechte und gute Speisen. Ein Besuch der Homepage der Fa. Kochkultur lohnt und überzeugt mit einem abwechslungsreichen Speiseplan, der dort in einem jeweils immer 4wöchigen Plan präsentiert wird.

Florian Roth             
Inhaber der Fa. Kochkultur
Walter-Bötcher-Str. 4
21337 Lüneburg
Tel.:     04131-206385
Email:  info@kochkultur.com
Homepage:  www.kochkultur.com

Der Aufbau einer Esskultur und der Umgang mit Besteck und den Speisen sowie die Vor- und Nachbereitung der Mahlzeiten ist ein wichtiger Bestandteil des Tagesablaufes im Sprachheilkindergarten. Auch während der gemeinsamen Mahlzeiten wird die sprachliche Förderung und Wortschatzarbeit integriert.

Zu den Kosten

Wie unter 2.3 beschrieben, können im Sprachheilkindergarten nur Kinder aufgenommen werden, wenn ein entsprechendes Gutachten des Fachberaters für Hör- und Sprachbehinderte des Landes Niedersachsen vorliegt. Zusätzlich zu dem Gutachten des Fachberaters ist von den Eltern eine Kostenübernahmeerklärung des zuständigen Sozialhilfeträgers und der Krankenkasse zu beantragen.

Auf Wunsch des Gesundheitsamtes möchten wir daran erinnern, vor Beginn des Kindergartenjahres den Sozialhilfeantrag ausgefüllt beim zuständigen Kostenträger [i. d. R. entweder Landkreis Lüneburg oder Stadt Lüneburg] einzureichen.

Neben dem Frühstücksgeld von 20,00 € fallen für die Eltern noch monatlich die so genannten Kosten für die häusliche Ersparnis an. Der Kostenbeitrag beträgt zurzeit €39,42 (Stand 2010). Dies ist unter anderem eine Beteiligung an dem Mittagessen und ist an den Kostenträger zu entrichten

Weiterführende Maßnahmen

Ist ein Kind nach der Beendigung des Aufenthaltes im Sprachheilkindergarten noch nicht schulpflichtig, steht der Wechsel in einen Regelkindergarten an. Aus diesem Grund empfehlen wir den Eltern, dass sie Kontakt zu einem Kindergarten halten und sich einen Platz reservieren lassen.

Sollte ein Kind nach der Maßnahme im Sprachheilkindergarten noch Förderbedarf haben, werden weitere Fördermaßnahmen zwischen Eltern und Grundschule besprochen. Viele Grundschulen bieten das RK- (regionales Integrationskonzept) Modell an. Hierbei werden zusätzliche Förderstunden für Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf angeboten.
Wir kooperieren mit folgenden Schulen in der Umgebung:

  • Sprachheilklassen Heiligengeistschule            
  • Grundschule Bleckede
  • Schule an der Scharperdrift
  • Sprachheilinternat Bad Salzdetfurth

Unsere Gruppen

In unserem Sprachheilkindergarten in Lüneburg gibt es insgesamt 5 Gruppen; in unsere Mäusegruppe finden überwiegend hörgeschädigte Kinder Aufnahme. Folgende Gruppen befinden sich in Lüneburg  

  • Ponygruppe
  • Elefantengruppe
  • Löwengruppe
  • Mäusegruppe
  • Igelgruppe

In unserer Außenstelle in Neu Jürgenstorf, ca. 15 km nord-östlich von Lüneburg gelegen, halten wir in einem umgebauten Bauernhaus 2 Sprachheilgruppen vor.

  • Hummelgruppe
  • Raupengruppe

In unmittelbarer Nähe liegt auch die Wiese, auf der das Reiten stattfindet:

Die Gruppen sind alters- und geschlechtsgemischt und für 8 Plätze konzipiert. Im gesamten Sprachheilbereich arbeiten ausschließlich nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einschlägigen [sozial]-pädagogischen, psychologischen und therapeutischen Abschlüssen auf Fach-, Fachhoch- und Hochschulniveau. In den Gruppen selbst arbeiten 2 ErzieherInnen. Gesamtleiter, Bereichsleiterin, eine Psychologin, Sprachtherapeutinnen, eine Physiotherapeutin, eine Fachkraft für unser Reitangebot, Mitarbeiterinnen im Verwaltungs-, Hauswirtschafts- und Reinigungsbereich sowie Haustechnikbereich wirken Gruppen übergreifend.

Die Gruppen verfügen über Küche, Ess-, Spiel-, Bastel- und Toilettenbereiche. Auf dem Gelände des Sprachheilkindergartens in Lüneburg steht für größere Aktivitäten sowie für das krankengymnastische Angebot eine kleine Turnhalle zur Verfügung. Räume für Sprachtherapie, Werk- und Vorratsräume, Konferenz-, Besprechungs- und Büroräume sowie eine Spieltherapieraum ergänzen das Raumangebot.
Ausgesuchtes Medien-, Bastel-, Bild- und Testmaterial liegt umfangreich vor.

Das Außengelände in Lüneburg und Neu Jürgenstorf sind großzügig gestaltet und verfügen über Sandbereiche, Spielflächen mit Kletterstangen und -gerüsten, einem Holzturm mit Hängebrücke sowie einem Bolzplatz.

Die Räumlichkeiten strahlen Atmosphäre aus und sind liebevoll gestaltet. Die Gruppen sind mit kindgerechtem Mobiliar ausgestaltet und die Räume sind durchdacht gestaltet. In Funktionsecken haben die Kinder die Möglichkeit, Rollenspiele zu machen, sich Bilderbücher anzusehen oder zu basteln. Kuschelecken und hochgelegene Spielebenen bieten den Kindern im Bedarfsfall gute Rückzugsmöglichkeiten.

Zum Tagesablauf

Als zentrales pädagogisches Element des Tagesablaufes wird den Kindern eine feste, wiederkehrende Struktur geboten. Diese erleichtert den Kindern die Eingewöhnung und bietet Sicherheit. Ein typischer Tag  im Sprachheilkindergarten läuft folgendermaßen ab:

Der Tagesablauf im Überblick

08.00 – 08.10:
Ankunft der Kinder mit den Taxen

Empfang der Kinder durch die Erzieherinnen

08.10 – 9.00:
Begrüßung der Kinder in der Gruppe im Stuhlkreis

  • Besprechung des Tageablaufs [Angebote, besondere Ereignisse, etc.]
  • Themenorientierte Lieder und Spiele
  • Kontrolle der Hörgeräte in der Hörgeschädigtengruppe

Morgenkreis
einmal wöchentlich: thematisch vorbereiteter Morgenkreis -davon alle 6 Wochen mit religionspädagogischen Inhalten- mit allen Kindergartenkindern in der „Mehrzweckhalle“

09.00 - 09.30:
gemeinsames Frühstück in der Gruppe

- anschließend: Mundhygiene

09.30 – 12.00:

Zeit für:

  • freies oder angeleitetes Spiel in der Gruppe und / oder im Außengelände
  • thematische Angebote
  • Einzelförderung
  • Projekte
  • Physiotherapie
  • Reiten, sofern es die Witterung zulässt
  • Außenaktivitäten

Während dieser Zeit finden auch die Sprachtherapien und die Psychomotorik statt, die in den Gruppenalltag der Kinder integriert sind.

12.30 -13.00: 
Gemeinsames Mittagessen in der Gruppe

- anschließend: Mundhygiene

13.00 – 14.00:
Zeit für:

  • Ruhepause
  • Kleiner Abschiedskreis / Ankleiden der Kinder
  • Freispielmöglichkeit für die Kinder, je nach Witterungslage in den Gruppen bzw. auf dem Außengelände, anregend begleitet durch die Erzieherinnen

14.00:

Ankunft der Taxen zur Heimfahrt
Verabschiedung der Kinder am Taxi

Der Tageslauf wird je nach Jahreszeit und Thematik ergänzt mit Projekten, Ausflügen und Theaterbesuchen sowie jahreszeitlich bedingten Festen wie beispielsweise der Laternenumzug oder die Faschingsfeier, etc..

Pädagogische und therapeutische Arbeit im Sprachheilkindergarten

Mit unseren pädagogischen und therapeutischen Angeboten wollen wir Kinder mit einer nicht nur vorübergehenden wesentlichen Sprachbehinderung entsprechend ihres individuellen Hilfebedarfs so fördern, dass die Sprachbehinderung und die damit in Zusammenhang stehenden weiteren Behinderungen oder Störungen in einem ganzheitlichen Prozess geheilt, verbessert oder ihre Verschlimmerung verhütet wird.

Grundlagen bilden hierzu die Erkenntnisse maßgeblicher Fachdisziplinen wie Pädagogik, Medizin, Psychologie, Linguistik, Logopädie und Sprachheilpädagogik.


Unsere Herangehensweise entspricht einem mehrdimensionalen Behandlungsansatz. Es findet ein angemessener Wechsel zwischen Therapie, Förderung, Freispiel und Ruhepausen statt.
In allen pädagogischen und therapeutischen Angeboten stehen Sprachförderung, Sprachtherapie und Förderung im motorischen, sensorischen, kognitiven, sozialen, emotionalen, musisch/kreativen und lebenspraktischen Bereich im Mittelpunkt.

Im Einzelnen wird angeboten:

  • Sprachförderung
    Erhöhung der Sprechbereitschaft, Schaffung von Sprechanreizen
  • Sprachtherapie
    logopädische Diagnostik der Aussprache, der Grammatik und der Semantik; Therapie von Aussprachestörungen, grammatischen und semantischen Störungen in Einzel- und Gruppenbehandlungen
  • Förderung der Motorik
    grobmotorische Koordination, Feinmotorik, Tonuskontrolle durch Spannungsaufbau und -abbau
  • Förderung der Sensorik
    Überprüfung der einzelnen Sinnesbereiche, Aufbau des Körperschemas, sensorische Integration, Sensibilitätsübungen
  • Förderung im kognitiven Bereich
    Diagnostik kognitiver Funktionen, Wahrnehmungsübungen, Begriffsbildung, Förderung des Erkennens und Denkens in Zusammenhängen
  • Förderung des sozialen Bereiches
    Förderung der Ich-Kompetenz; Entwicklung von Gruppen- und Konfliktfähigkeit, Aufbau von Toleranz und Solidarität
  • Förderung im emotionalen Bereich
    Aufbau von Selbstwertgefühl, Selbstbild, Selbstakzeptanz; Umgang mit Aggression und Regression
  • Förderung im musisch/kreativen Bereich
  • Entwicklung schöpferischer Kräfte und der Phantasie; Erprobung von Materialien; Klang- und Tonerfahrung
  • Förderung im lebenspraktischen Bereich
  • Körperhygiene, An- und Ausziehen, Tischdecken, zubereiten kleiner Mahlzeiten

Die Vielzahl der Angebote ermöglicht Erfolgserlebnisse und Weiterentwicklung von Fertigkeiten in den verschiedenen Bereichen. Gleichzeitig erweitern die Kinder auch außerhalb der eigentlichen Sprachtherapie ihren Wortschatz.

Pädagogische Arbeit in den Gruppen

Die kleinen Gruppen ermöglichen eine intensive pädagogische Betreuung. Die Kinder können
sich im überschaubaren Rahmen sicher bewegen. Der Aufenthalt in einer Gruppe mit anderen Kindern mit sprachlichen Beeinträchtigungen trägt zum Abbau des negativen Störungsbewusstseins der Kinder und zum Aufbau eines neuen Selbstwertgefühles bei. Kinder

können voneinander lernen und haben die Möglichkeit, sich einen Spielpartner zu suchen, der ihrem Entwicklungsstand entspricht. Die pädagogische Arbeit orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen sowie dem Entwicklungstempo des Kindes.

Wichtige Elemente der täglichen Arbeit in den Gruppen sind:

  • Selbstbewusstsein stärken: die eigene Person wichtig zu nehmen und wertzuschätzen, Mut, Neues auszuprobieren und dazu zu lernen,
  • Förderung der Sprache und des Sprechens
  • erkennen eigener Stärken
  • Ansätze zur Selbstreflexion
  • Umgang mit Lob und Kritik
  • Soziale Kompetenz fördern z. B. Verantwortungsvolles Handeln
  • Förderung der Selbstständigkeit: selbständiges Essen, Tisch auf- und abdecken, Toiletten-Gang mit Hände waschen, An- und Ausziehen, Planung von eigenen Aktivitäten
  • Selbsteinschätzung
  • Lernen mit Konflikten umzugehen
  • Gemeinschaftliches Handeln
  • Erkennen und Einhalten von Regeln
  • Förderung von Lernkompetenzen
  • Förderung der sozialen Fähigkeiten, andere zu respektieren und auf sie Rücksicht zu nehmen, Grenzen und Regeln einzuhalten
  • eine Positive Bindung zu Erwachsenen und anderen Kindern aufzubauen
  • Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen
  • Erziehung zu selbständigem Handeln
  • Erwerb von Wissen: z.B. wecken eines Umwelt- und Sachverständnisses - jahreszeitliche Zusammenhänge, Natur etc.
  • Erwerb von Fertigkeiten: Erlernen verschiedener Gestalt-, Bastel- und Maltechniken sowie Lieder und Fingerspiele zu verschiedenen Themen
  • Wahrnehmungsförderung

Die Persönlichkeitserziehung im Sprachheilkindergarten hat zum Ziel, die Kinder zu selbständigen und handlungsfähigen Menschen mit guten sozialen Fähigkeiten zu erziehen. Die Grundlage unserer täglichen Arbeit ist dabei die Wertschätzung eines jeden Kindes sowie die Anerkennung seiner Fortschritte.

Arbeit in der Hörgeschädigtengruppe

Die Hörgeschädigtengruppe ist eine Gruppe mit einem besonderen auf den Personenkreis ausgerichteten pädagogischen Konzept in unserem Sprachheilkindergarten. In dieser Gruppe werden acht Kinder von fachlich geschultem Personal (Erzieher, Erzieherin sowie einer Hörgeschädigten- und Sprachheilpädagogin) in Räumlichkeiten mit Schalldämmung betreut.

Wie in jeder Gruppe erhalten die Kinder eine ganzheitliche Förderung, bestehend aus Sprachtherapie, Psychomotorik, heilpädagogischem Reiten und psychologischer Einzelförderung. Diese Fördermaßnahmen finden im Rahmen von Einzelsituationen als auch in Gruppen statt.

Weiterhin wird in dieser Gruppe nach folgenden hörgeschädigten pädagogischen Leitlinien gearbeitet:

  • regelmäßige Hörübungen
  • Einsatz von Gebärden (unterstützend und begeleitend) zur Absicherung von Kerninhalten bei der Erarbeitung von Themen
  • Einsatz von Hörtechnik (FM – Anlage)
  • tägliche Kontrolle der Hörtechnik

All diese besonderen Angebote finden in einem strukturierten Tagesablauf ihren Platz und gehören zum Kindergartenalltag. Daher müssen die Kinder sich nicht täglich neu auf die Angebote einstellen, sondern erleben sie entwicklungsbegleitend.

Aufgenommen werden Kinder mit Hörschäden, die durch eine medizinische oder eine pädaudiologische Untersuchung festgestellt worden sind.
Dies können Kinder sein mit einer

  • Schallleitungsschwerhörigkeit,
  • Schallempfindungsschwerhörigkeit,
  • einer kombinierten Schwerhörigkeit,
  • hochgradigen Schwerhörigkeit mit einem Chochlear –Implantat,
  • und/oder einer zentralen Schwerhörigkeit.

Vorrangiges Ziel der Arbeit in der Hörgeschädigtengruppe ist es, in einem ganzheitlichen Prozess die Sprache der Kinder zu entwickeln und zu verbessern und Folgestörungen zu verhindern.

Sprachtherapie

Die hoch spezialisierte Forschung im Bereich der Sprachtherapie erbringt fortwährend neue Erkenntnisse. Dies erfordert eine regelmäßige Teilnahme unserer Sprachtherapeutinnen an Fortbildungen. So wird sichergestellt, dass das aktuelle Wissen über diagnostische und therapeutische Verfahren Eingang in die tägliche Praxis findet.

Bei neu aufgenommenen Kindern wird mit Hilfe von standardisierten Tests sowie informellen Diagnostikverfahren eine ausführliche Diagnostik durchgeführt, die folgende sprachliche Ebenen umfasst:

  • Aussprache
  • Grammatik
  • Wortschatz und Begriffsbildung
  • Sprachverständnis
  • Redefluss
  • Stimme
  • Hörwahrnehmung
  • mundmotorische Fähigkeiten
  • kommunikative Fähigkeiten

Aus den Ergebnissen wird ein für jedes Kind individueller Behandlungsplan erstellt, der je nach Störungsbild unterschiedliche Schwerpunkte beinhaltet und in regelmäßigen Abständen überprüft und angepasst wird.

Die Kinder erhalten durchschnittlich zwei Mal pro Woche Einzeltherapie. Sie wird auf spielerische, kreative und musische Art durchgeführt und orientiert sich in hohem Maße an den Vorlieben und Interessen der Kinder. Die Bandbreite reicht von Rollenspielen und Arbeit mit Handpuppen über sprachtherapeutische Regelspiele bis hin zu Bilderbuchbetrachtungen und Arbeitsblättern. Zusätzlich finden Kleingruppenangebote zu bestimmten Schwerpunkten wie z.B. Mundmotorik statt.

Die sprachtherapeutischen Inhalte beschränken sich nicht auf die Arbeit im Therapiezimmer. Die Arbeit zeichnet sich in besonderem Maße dadurch aus, dass in enger Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen im Kindergarten eine übergreifende Förderung auch außerhalb der Therapiesitzungen stattfindet. Regelmäßig werden Stuhlkreise mit sprachtherapeutischem Inhalt von den Sprachtherapeutinnen durchgeführt. Um die Effizienz der Sprachtherapie zu unterstützen, werden Tipps und Spielanregungen für den Gruppenalltag und spezielle Angebote in die Kindergartengruppe eingebracht.

Da die Sprachtherapeutinnen auch teilweise bei den Mahlzeiten und in Begrüßungssituationen/-kreisen anwesend sind, bestehen auch im Gruppenalltag vielfältige Möglichkeiten, den individuellen Therapieprozess weiter zu führen und die in den Therapiesitzungen erarbeiteten Inhalte in den Gruppenalltag zu übertragen.

Bei den zwei Mal im Jahr stattfindenden Hospitationen erhalten die Eltern Einblick in den Ablauf und die Inhalte der sprachtherapeutischen Sitzungen. Sie sehen bei der Sprachtherapie zu und haben im Anschluss daran die Möglichkeit, in einem ausführlichen Gespräch mit der Sprachtherapeutin und einer GruppenerzieherIn über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes und Fördermöglichkeiten zu sprechen.
Auch darüber hinaus können bei Bedarf kurzfristig weitere Termine vereinbart werden.

Ein zentrales Ziel der Sprachtherapie besteht darin, Sprechfreude zu wecken und aufrecht zu erhalten sowie dass bei vielen Kindern vorhandene negative Störungsbewusstsein abzubauen.

Bei der Therapie von Aussprachestörungen kann es z.B. darum gehen, einzelne Laute, die ein Kind noch nicht sprechen kann, zu erlernen und in die Alltagssprache zu übernehmen oder aber die bereits vorhandenen, isoliert korrekt gebildeten Laute spontansprachlich einzusetzen und so die Verständlichkeit der Kinder zu verbessern.

Die Erarbeitung von vollständigen Sätzen mit korrekter Wortfolge stellt einen Aspekt der Therapie der Grammatik dar. Darüber hinaus wird die richtige Wortform erarbeitet, z.B. für Verben: „Lauft oder läuft der Mann?“

Bei Kindern mit einem eingeschränkten Wortschatz und einer fehlerhaften Begriffsbildung besteht die therapeutische Arbeit darin, den aktiven und passiven Wortschatz des Kindes für die verschiedenen Wortarten (Nomen, Verben, Adjektive und Präpositionen) zu erweitern. Hierbei werden in der Therapie beispielhaft einzelne Wortfelder erarbeitet, um die Strategien des Wortlernens zu verbessern. Über das spielerische Einbeziehen von Realgegenständen und realen Handlungen wird dabei die Begriffsbildung gefördert. Somit können wichtige Sinneserfahrungen nachgeholt werden, die Voraussetzung für den Aufbau des kindlichen Wortschatzes sind.

Störungen im Sprachverständnis fallen im Alltag häufig gar nicht auf, da sich das Kind am Situationszusammenhang oder dem Gesprächspartner orientiert. Trotzdem versteht es die Gesprächsinhalte nur unzureichend und kann sie nicht umsetzen. Diese Störungen gehen oft einher mit einem eingeschränkten Wortschatz. Es wird überprüft, wo die Schwächen des Kindes liegen, im Wort- oder Grammatikverständnis, um den entsprechenden Bereich gezielt zu therapieren.

Zu den Redeflussstörungen zählen die beiden Störungsbilder Stottern und Poltern. Kinder, die stottern, bleiben an bestimmten Lauten/Wörtern hängen und wiederholen oder dehnen diese häufig. Der Schwerpunkt der Therapie liegt zumeist im pädagogischen Bereich und hat zum Ziel, Ängste abzubauen und das Selbstvertrauen zu stärken. Es werden aber auch konkrete Sprechhilfen wie z.B. Atemsteuerung und Stimmeinsatzkontrolle erarbeitet. Kinder, die poltern, sprechen besonders schnell und verwaschen und verschlucken dadurch Laute, Silben oder ganze Wörter. In der Therapie sollen die Eigenwahrnehmung und die Artikulation verbessert, sowie die Sprechgeschwindigkeit gesteuert werden.

Kinder mit einer Hörwahrnehmungsstörung verfügen über ein intaktes Hörorgan, sind aber trotzdem nicht in der Lage, Höreindrücke zu erkennen, zu lokalisieren, zu unterscheiden oder sie sich zu merken. Mit diesen Kindern werden verschiedene Hörübungen wie beispielsweise Minimalpaartraining (z.B. "Kopf-Topf"), Reime erkennen, Silben klatschen, Unterscheidung von Stör- und Nutzschall sowie Merkfähigkeitsspiele durchgeführt.

Bei der Therapie der mundmotorischen Fähigkeiten steht die Stärkung der Muskulatur der Lippen, der Zunge, des Gesichts und des Gaumensegels im Mittelpunkt. So wird z.B. bei vielen Kindern der Mundschluss erarbeitet. Häufig besteht aber auch ein falsches Schluckmuster, bei dem die Zunge beim Schlucken gegen die Schneidezähne stößt. Um hier physiologische Bewegungsabläufe anbahnen zu können, werden über einen längeren Zeitraum mundmotorische Übungen durchgeführt.

Bei der verbalen Entwicklungsdyspraxie können die Sprechbewegungen nicht richtig geplant bzw. programmiert werden. Das Kind spricht sehr unverständlich. Es vertauscht oder ersetzt Laute immer wieder auf andere Weise, und dies umso extremer, je länger ein Wort oder Satz ist. Da die Artikulationsbewegungen nicht abrufbar sind, müssen die Laute nach und nach und mit vielen Wiederholungen „eingeschliffen“ werden. Die Therapie ist ganzheitlich, d.h. es werden viele Wahrnehmungskanäle  (Hören, Sehen, Fühlen) für das Programmieren der Sprechbewegungsabläufe genutzt.

Psychologie

Gruppenübergreifend ist eine PsychologIn mit 20 Wochenstunden im Kindergarten tätig.
Angebote der Dipl.-Psychologin sind:

  • die Durchführung von Aufnahmegesprächen mit den Eltern,
  • die Durchführung standardisierter diagnostischer Verfahren wie beispielsweise Intelligenzverfahren, Entwicklungstests,
  • die Beratung der einzelnen Teams zu Fragen der optimalen Förderung der Kinder,
  • die Durchführung regelmäßiger Fallbesprechungen, an denen gleichermaßen Erzieherinnen und Sprachtherapeutinnen teilnehmen und somit ein fachübergreifender Austausch über die Kinder stattfindet, auf dessen Grundlage gemeinsame Ziele für die Arbeit mit den Kindern entwickelt werden,
  • Therapie- und Förderstunden für einzelne Kinder sowie
  • Elternberatungen

Psychomotorik und Reiten

Die psychomotorische Förderung findet in Kleingruppen mit 2-3 Kindern statt. Freude an der Bewegung und die spielerische Erweiterung der motorischen Möglichkeiten stehen hierbei im Vordergrund. Die Kinder werden über das Medium Bewegung in ihren Entfaltungsmöglichkeiten gestärkt und es werden bewegungsmäßige, soziale und kognitive Lernprozesse initiiert.
Behandlungsziel ist die Förderung der Sinneswahrnehmungen sowie Integration als auch die Bewegungsschulung. Durch gezielte Auswahl der Übungen wird nebenbei das Selbstwert- und Gemeinschaftsgefühl der Kinder gestärkt.

Die Psychomotorik im Sprachheilbereich ist eine ganzheitliche Fördermaßnahme. Sie vollzieht sich auf der funktionellen, psychischen, pädagogischen  und sozialen Ebene.

Unter Berücksichtigung des Entwicklungsalters, Fähigkeitsniveaus und der Verhaltensproblematik wird die Behandlung schrittweise aufgebaut. Vorbereitete anregende Spielsituationen entfalten Mut und führen zu einer nachhaltigen Förderung in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik und Sprachentwicklung.
Lustvolle Bewegungsangebote in der Kleingruppe und Spiele zur Materialerfahrung regen zum sprachlichen Austausch an, erhöhen die Sprechfreude und helfen, Sprechängste abzubauen. Die Planung von Handlungen und Spielideen, das Ausdrücken von Gefühlen und das verbale Reflektieren von Problemlösungen bei psychomotorischen Aufgabenstellungen fördern die Entwicklung von kommunikativer Kompetenz.

Folgende Übungsinhalte bilden Grundlage der spielerischen, häufig in eine Rahmenhandlung verpackten Therapiestunden:

  • Sinnes- und Körperschemaübungen [visuelle, taktile, akustische Wahrnehmungsübungen, Körperorientierungsübungen, Raumorientierungsübungen]
  • Selbstbeherrschungsübungen [Bewegungsübungen im Raum, Übungen des Kletterns und Springens, Balancier-, Entspannungs-, Geschicklichkeits- und Anpassungsübungen]
  • Rhythmisch-musikalische Übungen [rhythmische Bewegungsübungen, Übungen zur Schulung des Gehörs, Bewegen nach Musik]
  • Übungen des Erfindens und Darstellens [Kreativer Umgang mit den Materialien, Situationsdarstellungen].

In den Monaten März bis Oktober werden für alle Sprachheilgruppen täglich Reitsequenzen in unmittelbarer Nähe der Außenstelle in Neu Jürgenstorf angeboten.

Im Umgang mit dem Pferd können die unterschiedlichsten Wirkungen für die motorischen und sozial-emotionalen Bedürfnisse der Kinder erzielt werden. Als Co-Therapeut fungierend, wirkt das Pferd positiv auf das Sozialverhalten der Kinder ein.  Anhand zahlreicher Interaktionsmöglichkeiten mit dem Pferd (Pflege, Fütterung, Reiten, Partnerübungen) erlernen und erweitern die Kinder vielfältige Bewegungsmuster, ihr Selbstvertrauen und ihre Konzentration. In der Nähe der  Pferdewiese erwerben die Kinder bei Spaziergängen mit dem Pferd vielfältige Natur- und Umwelterfahrungen.

Der Kontakt zum Pferd basiert auf einem „dialogischen Prinzip“, welches von Empathie, Sensibilität und Impulskontrolle geprägt ist.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns wichtig. Eltern werden von uns über Fähigkeiten und Probleme ihres Kindes informiert. Bei Schwierigkeiten sollen die Eltern Unterstützung und Rat finden. In unserem Sprachheilkindergarten haben wir viele Wege der Kommunikation fest installiert; dazu zählen u. a.:

  • Anamnesegespräche zur Aufnahme,
  • Beratungsgespräche zum Umgang mit der Sprachstörung verbunden mit Hinweisen auf die häusliche Sprachförderung,
  • Informationsgespräche zur sozial-emotionalen Entwicklung des Kindes, seines Verhalten in der Gruppe,
  • Berichterstattung über Lernfortschritte,
  • Hausbesuche,
  • Hospitationsmöglichkeiten bei der Sprachtherapie mit anschließendem Gespräch,
  • Möglichkeit der Begleitung der Eltern und des Kindes zu Fachärzten,
  • Elternfrühstücke,
  • Elternabende,
  • Weihnachtsbasteln,
  • gemeinsame Festgestaltungen,
  • Laternenumzug,
  • Briefe von der Einrichtung an die Eltern,
  • Beratungsgespräche bei der Psychologin,
  • Mitteilungsbuch des Kindes, in dem sich Erzieher und Eltern regelmäßig schriftlich austauschen sowie das Abschlussgespräch und
  • Telefonate

Ein erstes Kennen lernen unseres Hauses findet bei einer Besichtigung mit informellem Gespräch statt. Entscheiden sich die Eltern anschließend für einen Platz im Sprachheilkindergarten, kommen diese am ersten Tag gemeinsam mit ihrem Kind in die zuständige Gruppe. Dort lernen sie die ErzieherInnen und die SprachtherapeutIn kennen. Mit den MitarbeiterInnen wird die Betreuungsvereinbarung durchgegangen und Abläufe im Kindergarten besprochen.


Weiterer Bestandteil des Aufnahmeverfahrens ist das Aufnahmegespräch. Dies findet mit der PsychologIn des Hauses sowie der ErzieherIn oder der SprachtherapeutIn des Kindes statt.

Da die meisten Kinder mit dem Fahrdienst zum Sprachheilkindergarten gebracht werden, sichern wir regelmäßigen Kontakt zu den Eltern über die Mitteilungshefte eines jeden Kindes. Dort schreiben wir Besonderheiten des Tages hinein und tauschen mit den Eltern aktuelle Informationen aus.
Einige Wochen nach dem Beginn des Kindergartenjahres besuchen zwei MitarbeiterInnen des Hauses die Kinder zu Hause bei ihrer Familie, um das Gesamtumfeld des Kindes kennen zu lernen.
Zusätzlich sind die Eltern zweimal jährlich zu einer Hospitation bei der Sprachtherapie des Kindes eingeladen. Anschließend findet ein Gespräch mit der ErzieherIn und der SprachtherapeutIn statt. Hierbei tauschen wir uns mit den Eltern über Lernerfolge und die allgemeine Entwicklung des Kindes aus.
Außerdem gibt es für Eltern die Möglichkeit, bei der Psychomotorik oder dem Reiten zu hospitieren.
Eltern dürfen sich im Kindergarten an Festen (Sommerfest, Laternenfest) beteiligen und werden zu gruppeninternen Festlichkeiten (z. B. Weihnachts- oder Osterfrühstück oder Adventsbasteln) eingeladen.
Zusätzlich finden fachliche (Sprachförderung, Spielideen) und pädagogische Elternabende statt.
Nach Absprache und bei Bedarf gibt es die Möglichkeit, dass die Eltern mit ihrem Kind von einer Fachkraft unseres Hauses zu Fachärzten, Diagnosezentren oder dem Sprachheilinternat in Bad Salzdetfurth begleitet werden.

Zum Ende der Kindergartenzeit findet ein Entwicklungs- und Abschlussgespräch mit der GruppenerzieherIn und der SprachtherapeutIn statt.
Nach Bedarf finden weitere Gespräche mit den entsprechenden Fachkräften statt.